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INSIDE-Ergebniskonferenz: Das INSIDE-Team stellte seine Arbeit und Ergebnisse des Projekts vor

28.05.2021

Am 7. Mai 2021 haben wir im Rahmen der INSIDE-Ergebniskonferenz die Arbeit des Projektteams vorgestellt. Dabei konnten wir ausgewählte Ergebnisse aus der INSIDE-Studie mit Teilnehmenden und Interessierten diskutieren. In diesem Austausch zeigte sich, dass Inklusion in den einzelnen Schulen unter ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen umgesetzt wird, die Erfahrungen der Beteiligten über Regionen und Bundesländer hinweg jedoch sehr ähnlich sind.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von allen vier INSIDE-Standorten hatten Vorträge zu verschiedenen Themen rund um das Projekt INSIDE und den Alltag an inklusiven Schulen vorbereitet.

Im ersten Vortrag stellte Dr. Monja Schmitt das Projekt, die zentralen Forschungsfragen und die einzelnen Teilstudien der vergangenen vier Jahre – auch vor dem Hintergrund der veränderten Situation durch Corona – vor.  

Im Jahr 2020 wurden kurzfristig zusätzliche Fragen zum Lernen und zur Wahrnehmung von Schule in Zeiten von Corona in die Erhebungen aufgenommen. Dr. Cornelia Gresch stellte erste Ergebnisse zu diesen Fragen vor. Ihr Fazit: Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarfen brauchen vergleichsweise mehr Unterstützung beim Lernen zuhause. Außerdem haben sie zum Teil zusätzlich weniger günstige Ausgangsbedingungen, etwa was den Zugang zu Computern oder Druckern betrifft. In der anschließenden Diskussion bestätigten verschiedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz dies mit eigenen Erfahrungen aus dem Schulalltag.

INSIDE betrachtet nicht nur die Situation der Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogische Förderbedarfe, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen sonderpädagogischen und allgemeinpädagogischen Lehrkräften. Dazu stellte Prof. Dr. Michael Grosche das „Modell der kooperativen Kokonstruktion“ und erste Befunde dazu aus INSIDE vor. Dieser pädagogisch-didaktische Ansatz zielt auf das Lernen durch Zusammenarbeit und soziale Interaktion ab.

Die Schwierigkeiten der Leistungsbeurteilung im gemeinsamen Unterricht waren Thema des Vortrags von Prof. Dr. Katrin Böhme. Sie erklärte, dass für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarfen differenzierte Vergleichsmaßstäbe für die Leistungsbeurteilung verwendet werden. Dennoch ist die Leistungsbeurteilung an Schulen in Deutschland immer noch stark auf Noten und Leistungstests fokussiert. Frau Böhme stellte zur Diskussion, dass alternative Methoden zur Leistungsbeurteilung, die sich auf die individuelle Lernentwicklung aller Schülerinnen und Schüler beziehen, stärker berücksichtigt werden sollten. 

Eine Besonderheit des inklusiven Lernens sind Schulbegleitungen, die – neben Barrierefreiheit und Nachteilsausgleich – Thema des fünften und letzten Vortrags von Lena Külker waren. Die Rolle dieser Personen, die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf individuell im Schulalltag begleiten, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt – zumal es hier deutschlandweit (noch) keine einheitlichen Ausbildungsstandards und Modelle gibt. Drei Prozent der Schülerinnen und Schüler, die an INSIDE teilnehmen, werden von einer Schulbegleitung unterstützt. Frau Külker zeigte unter anderem, welche unterschiedlichen Aufgaben die Schulbegleitungen in den Klassen übernehmen und welche verschiedenen Bedarfe die unterstützten Schülerinnen und Schüler haben.

Eine Ergebniskonferenz mit den und für die Teilnehmenden der INSIDE-Studie war für das INSIDE-Team eine nicht-alltägliche, aber sehr bereichernde Erfahrung.  Wir freuen uns, dass viele Teilnehmende und Interessierte unserer Einladung gefolgt sind, und über den Austausch, den wir in diesem Rahmen mit ihnen führen konnten.

Falls Sie nicht an der Ergebniskonferenz teilnehmen konnten oder sich einen Vortrag noch einmal ansehen möchten, finden Sie Aufzeichnungen der Vorträge hier.